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Historischer Überblick der Innenraumluftschadstoffe 1800 – 2000

Über Belästigungen und Schädigungen durch übel riechende, reizende und toxische Bestandteile der Innenraumluft liegt eine kaum mehr überschaubare Literatur vor. Dies ist einerseits mit der Vielfalt der Schadstoffe, andererseits mit der über 200-jährigen Geschichte von Untersuchungen zur Innenraumluftqualität bzw. Wohnhygiene begründet.
18. Jht.
Im 18. Jahrhundert waren es vorrangig die bürgerlichen Wohnhäuser, die Gegenstand wohnhygienischer Betrachtungen interessierter Mediziner waren.
19. Jht.
Im 19. Jahrhundert kamen mit der Industrialisierung neue Fragen hinzu. Der mit der
Industrialisierung verbundene städtische Massenwohnungsbau für die neu anzusiedelnde
Arbeiterschaft entsprach vielfach nicht den hygienischen Mindeststandards.
Bis Mitte 20. Jht.
Die frühen Arbeiten zur Wohn- und Innenraumhygiene behandelten vorrangig die Verschlechterung der Luftqualität in Innenräumen durch die „Ausdünstungen“ der Menschen. Der üble Geruch in überbelegten Räumen (sehr früh in Krankenanstalten untersucht), die Bedeutung des durch die menschliche Atmung eingetragenen Kohlendioxid (CO2) für die Luftqualität, das waren zunächst die zentralen Themen. Darüber hinaus wurden schon früh die Beeinträchtigungen und Gefahren durch offene Feuerstellen, unzureichende Kamine und einfachen Lichtquellen (etwa Petroleumlampen), untersucht. Daneben spielten Fragen der Feuchte und der Verbreitung des Hausschwamms sowie anderer Pilze und Keime und weiterer baulicher Mängel mit Konsequenzen für die Innenraumhygiene eine bedeutsame Rolle. Dieses Themenspektrum stand im Zentrum der Untersuchungen, der mit diesen Fragen befassten Fachleuten bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Nur im Bereich und im Umfeld der mit Fragen des Arbeitsschutzes und der Arbeitssicherheit befassten Institutionen wurden die Untersuchungen und Bewertungen betriebs- und tätigkeitsbedingter Emissionen von Schadstoffen in Arbeitsstätten thematisiert.
50er bis 70er Jahre
In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es dann einen zeitlichen Wendepunkt zu neuen Fragestellungen der Innenraumluftqualität außerhalb des gewerblich-industriellen Bereichs. Das hing mit der Einführung neuer Techniken und Materialien im Bauwesen zusammen, deren Bedeutung und häufig negativer Einfluss erst allmählich erkannt wurde.
Die aufstrebende chemische Industrie hatte sich schrittweise ihren Markt auf dem Bausektor durch die Einführung neuer Produkte erschlossen: Dichtungsmassen, Wandanstriche, Bodenbeläge, Klebstoffe, Holzschutzmittel, Dämmstoffe und Isoliermassen, Farbstoffe und zahlreiche weitere Produkte, zumeist auf petrochemischer Basis, wurden entwickelt und verdrängten traditionelle Arbeitstechniken und Produkte: Mineralische und metallische Stoffe, Holz und Fasermaterialien (Flachs, Hanf, Baumwolle etc.). Stattdessen kamen Kunststoffe, Verbundwerkstoffe und synthetische Hilfsmittel. Eine Vielzahl von chemischen Schadstoffen wurde so, oft erstmals, im Hochbau eingesetzt. Dazu zählen Asbest, Formaldehyd, PCBs (polychlorierte Biphenyle), PCP (Pentachlorphenol), Lindan u. v. m.
Heute gelten Gebäude, die zwischen 1950 und 1985 gebaut wurden, als die mit dem höchsten Potenzial für baubedingte Schadstoffbelastungen in den Innenräumen. Seit 1985 ist das Belastungsspektrum etwas kleiner geworden, da einige der Hauptschadstoffe wie etwa Asbest, PCP, PCB (in Österreich, zumeist auch in der EU, jedoch nicht weltweit) verboten wurden. Bei anderen gab es Beschränkungen. Trotzdem sind auch noch heute etwa organische Lösungsmittel enthaltende Produkte im Hochbau weit verbreitet. Ebenso finden sich diese noch in Reinigungs- und Hygieneartikeln, Büro und Heimwerkermaterialien usw. und tragen so zur Belastung der Innenräume bei.
70er Jahre
Besonders in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, die von verschiedenen Phasen der
„Energiekrise“ geprägt waren, häuften sich Beschwerden über die schlechte Luftqualität in
Innenräumen. Bessere Wärmedämmung und Aktivitäten zur Reduktion von unkontrollierten
Luftwechseln trugen wesentlich dazu bei, dass sich höhere Konzentrationen vonSchadstoffen in der Innenraumluft aufbauten. Diese stammten von Bau- und Ausstattungsmaterialien sowie von in diesen Gebäuden benutzen Produkten.
Übersicht über Innenraumluftschadstoffe Heute
Die Schadstoffarten, die Schadstoffquellen und -expositionspfade und auch Schadstoffkonzentrationen haben sich im Laufe der Jahrzehnte verändert. So etwa ist der Nutzer bzw. der Arbeiter bei der Wohnhaussanierung mit Schadstoffen konfrontiert, die es im Neubau nicht mehr gibt. Zu diesen Altlasten zählen etwa Asbest, polychlorierte Biphenyle (PCBs) oder das in Holzschutzmittel eingesetzte Pentachlorphenol (PCP).

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über häufig auftretende Schadstoffe in Innenräumen sowie deren Quellen und Wirkungen.
Tabelle : Schadstoffe in Innenräumen

 

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